choice – chance – change

Change

Bild von Sebastien Wiertz (via flickr)

Egal wie einfach die Fragestellung ist: Ich hole mir immer Rat von Familie und Freunden. Sicherlich ist das sinnvoll, da verschiedene Meinungen auch verschiedene Blickwinkel auf eine Situation geben können, die man selbst gar nicht wahrgenommen hat. Aber muss beim Shoppen wirklich immer eine Freundin dabei sein, die mir versichert, dass eine Klamotte tatsächlich gut an mir aussieht? Sollte es nicht eigentlich am wichtigsten sein, wie schön und bequem ich diese finde?

Je älter ich werde, desto mehr merke ich, wie herrlich einfach es wäre, sich einfach auf die Ratschläge anderer zu verlassen, nach deren Meinung zu handeln und ihnen anschließend absolut überzeugt die Schuld zu geben, wenn es schief geht. Letzteres tue ich zwar nicht, aber das Prinzip wird klar, denke ich. Die Schwierigkeit liegt ja genau darin, alle gut gemeinten Tipps in die eigenen Überlegungen miteinzubeziehen, das Für und Wider abzuwägen und schließlich unabhängig von allen Meinungen und Ratschlägen eine eigene Entscheidung zu treffen, mit der man selbst gut leben und zu der man am Ende auch stehen kann. Das Erwachsenwerden nervt doch manchmal gewaltig!

Sobald sich die Gelegenheit bot, mir eine Entscheidung abnehmen zu lassen, tat ich das bisher auch. Da ich aber leider so ein „Hätte-Hätte-Fahrradkette“-Typ (ich hasse diesen Spruch!) bin, überlegte ich in diesen Fällen immer, ob das auch das Richtige war — bei selbst getroffenen Entscheidungen allerdings nicht. Als ich nämlich vor sechs Jahren mit meinem Studienfach unzufrieden war, musste ich mich alleine entscheiden, ob ich wechseln sollte oder nicht. Das konnte mir niemand abnehmen, und nachdem ich mich endlich entschieden hatte, habe ich meine Wahl auch nie bereut oder gegrübelt, ob sie richtig war.

Nach einem Jahr erfolgloser Jobsuche musste ich mich vor einigen Monaten plötzlich zwischen zwei Angeboten entscheiden und war darüber ziemlich verzweifelt. Auf Twitter hatte ich kurz vorher diesen Spruch gelesen:

„You must make a choice to take a chance or your life will never change.“

Das hat mich nachhaltig beeindruckt, da ich nie jemand war, der etwas riskiert. Ich ging stattdessen immer auf Nummer sicher und war auch als Kind schon recht ängstlich. Dadurch hatte ich aber ständig das Gefühl, wertvolle Erfahrungen zu verpassen.

Letztendlich habe ich die Job-Entscheidung nicht danach getroffen, was andere mir rieten, sondern danach, was sowohl mein Bauch als auch mein Kopf mir sagten — und zum Glück waren sich beide einig. Nachdem ich mich für eine Stelle entschieden hatte, war mir relativ schnell klar: Das war die richtige Entscheidung — nicht für meine Familie oder Freunde, nur für mich. Das sehe ich heute immer noch so (liest Du das, Chef? 😋).

Diese Erfahrung hat mir sehr dabei geholfen, Entscheidungen (egal ob wichtig oder „Kaufe ich diese Hose oder eine andere?„) für mich alleine zu treffen, selbst wenn andere sie nicht genauso treffen würden oder mir sogar davon abraten. Wichtig ist im Endeffekt doch nur, dass ich sowohl vom Bauchgefühl als auch vom Kopf her damit leben kann. Ich empfehle daher allen Entscheidungslegasthenikern, die drei Cs zu beherzigen:

choice -> chance -> change

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