„Das kannst du nicht, nä nänänä näää“ 😋

Logik und Angst

Neulich erzählte mir eine Freundin, dass sie nicht sicher ist, ob sie sich für oder gegen einen bestimmten Job entscheiden soll. Ihre Zweifel bezogen sich auf die Position und die Verantwortung, die diese Stelle mit sich bringen würde. Mir geht es leider ähnlich seit ich mit dem Studium fertig bin. Besonders die Frage: „Kann ich das als Berufsanfänger überhaupt schon machen?“ schleicht sich beim Lesen der Stellenanzeigen immer wieder in meine Gedanken.

Ganz schnell macht sich eine kleine Stimme in meinem Kopf bemerkbar, die mir zuflüstert:

„Du hast noch nie richtig gearbeitet. Das kannst du alles überhaupt nicht.“

Das will ich aber nicht auf mir sitzen lassen, also argumentiere ich dagegen:

„Ich habe aber schon verschiedene Praktika gemacht und auch immer mal kleine Nebenjobs gehabt. Ich habe Zeitungen ausgetragen, im Real an der Kasse gesessen, gekellnert und außerdem…“

Die Stimme unterbricht mich unhöflich und kräht:

„Praktika zääählen nicht und so ein Schwachsinn wie Kellnern schon gaaaar nicht, nä nänänä näää.“

…und jetzt streckt sie mir auch noch frech die Zunge raus. 😱

So geht der innere Kampf dann fröhlich weiter. Irgendwann vermischen sich allerdings das natürliche Bauchgefühl, das mir eigentlich immer den richtigen Weg weist, und die zweifelnde Angst, und ich überlege: „Was hat gerade Oberhand? Treffe ich die Entscheidung aus dem Bauch heraus oder aus der Angst vor dem Unbekannten?“

Nach vielem Grübeln und mich verrückt machen habe ich gemerkt: Wenn ich vor etwas Angst habe, finde ich zwar Ausflüchte und Gründe dagegen, aber nie dafür. Natürlich verkaufe ich mir diese als logische Argumente. Dabei male ich mir fleißig Horrorszenarien aus, in denen alles so richtig schön schiefgeht. Die Gedanken fokussieren sich ausschließlich auf alles Negative, was auch logisch ist, da die Angst mich ja davon abhalten möchte, dass ich mich für etwas Neues entscheide. Schließlich birgt das immer unbekannte Gefahren, das geht einfach nicht, soweit kommt’s am Ende noch!

Schaffe ich es dann aber für einen winzigen Moment, diese „Argumente“ mal logisch und emotionslos(er) zu betrachten, stelle ich fest, wie unwahrscheinlich es ist, dass sich diese tatsächlich bewahrheiten bzw. wie viel eigentlich dafür spricht, dass etwas Positives passiert. Bei einem schlechten Bauchgefühl dagegen denke ich nicht nur, das ist nichts für mich, sondern finde dafür auch wirklich (!) logische Gründe, wodurch ich das negative Gefühl mit dem Kopf bestätigen kann.

Beispiel: Eine Freundin in einer Großstadt besuchen und dort auf eine Party gehen.

Tabelle Logik und Angst

Das ist natürlich nicht ganz dasselbe wie bei der Jobsuche, aber ich denke, es verdeutlicht, wie unterschiedlich Angst und Logik jeweils argumentieren — bei mir ist das jedenfalls so. 😉

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Ein Kommentar zu “„Das kannst du nicht, nä nänänä näää“ 😋

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