Zwei Leben: Kopfpanik und Realität

Glaub an dich

Ich verbringe viiiiel Zeit damit, zu überlegen, was alles schief gehen kann und warum alles, was neu ist, von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist — natürlich ohne es jemals versucht zu haben. Eine Freundin hat einmal zu mir gesagt: „Du lebst entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft, aber nie in der Gegenwart.“ Die Folge ist, dass ich zwei Leben führe: eins in meinem Kopf mit 1000 Möglichkeiten (negative natürlich) und eins in der Realität.

Anfangs lief es so auch mit meinem Blog, den ich ursprünglich nur erstellt habe, weil mir geraten wurde:

„Wenn du in der PR-Branche arbeiten möchtest, musst du eine Online-Präsenz haben. Ein Facebook-Profil reicht da nicht aus.“

Daraufhin habe ich diese Seite ins Leben gerufen, sie dann aber „verhungern“ lassen, da ich kaum etwas gepostet und kaum jemandem davon erzählt habe. Wusstet ihr nämlich, dass keiner den Blog liest, wenn keiner weiß, dass er existiert? Das hätte mir mal jemand sagen müssen! 😉

Wie schon in einem anderen Beitrag erwähnt war es mir irgendwie peinlich, dass tatsächlich jemand lesen könnte, was ich hier schreibe. Nachdem ich mich aber einmal dazu überwunden hatte, war es gar nicht mehr so schlimm. Ich checke zwar immer noch ständig die Statistik, um zu sehen, wie viele Leute die Seite tatsächlich besuchen (unglaublich gesund fürs Selbstbewusstsein (nicht) 😱), aber hauptsächlich schreibe ich hier, weil es mir inzwischen wirklich Spaß macht. 🙂

Neulich habe ich mal wieder Cougar Town geguckt, und das folgende Zitat ist mir irgendwie im Kopf geblieben:

„(…) the second you start listing reasons a dream won’t happen, it’s as good as dead. (…) I’d rather have a far-fetched dream than no dream at all.“
(Zitat von Bobby Cobb, Staffel 5, Episode 5 „Hard on me“, Übersetzung unten beim Sternchen.)

Natürlich ist es sinnvoll, einen Traum aufzugeben (und zum nächsten überzugehen), wenn man alles versucht hat, er aber einfach nicht wahr wird oder werden kann (reich werden z.B. 😜). Hat man es aber nie versucht, wird man zwar nie enttäuscht, verpasst aber vielleicht auch etwas ganz Tolles.

Anstatt also immer wieder an sich zu zweifeln und etliche Gründe zu finden, die gegen einen Erfolg sprechen, einfach mal machen. Das sagt sich immer so leicht, aber mal ehrlich: Was ist das schlimmste, das passieren kann? Mehr als schiefgehen kann es (normalerweise) nicht. Dann hat man nichts gewonnen, aber fragt sich nicht sein Leben lang: „Was wäre gewesen, wenn…„. Möchte man z.B. auswandern, besteht immer die Möglichkeit, wieder zurückzukommen, wenn es doch nicht so das Wahre ist. Hat man es aber nie versucht, bleibt die Unzufriedenheit des unerfüllten Wunsches im Kopf und vermutlich auch im Herzen.

Ich habe hier jetzt immer nur das Wort Traum benutzt, meine damit aber auch kleinere Ziele. Ich habe viele Dinge nie versucht, weil ich entweder zu faul und mir der Weg dorthin zu aufwendig war (z.B. ehrenamtlich zu arbeiten) oder mich nicht getraut habe (aus Angst, zu versagen). Das ist ein ziemlich langweiliges Leben, muss ich gestehen. Ich fühle mich zwar sehr sicher, hier bloggend Zuhause zu sitzen, hin und wieder ins Fitnessstudio zu gehen, Freunde zu treffen etc., aber etwas wirklich Aufregendes passiert mir nicht.

Believe in yourself!

Einen Job finde ich dadurch im Übrigen auch nicht. Ich verstehe das gar nicht, es klingelt einfach niemand, der mir meinen Traumjob anbieten möchte. 😒 Deshalb werde ich jetzt erst einmal meine Bewerbungen abschicken, wovor ich mich seit gestern drücke. Die könnten mich ja tatsächlich einstellen, und dann könnte ich versagen, weil jeder arbeiten gehen kann, nur ich bin zu blöd dafür, aaaaah! — Mist, schon dreht sich das Gedankenkarussell wieder fleißig. 😵

Aber ich schaffe das. Irgendwie. Jetzt. Gleich. Mach schon. Los! Aus irgendeinem Grund starre ich seit zehn Minuten auf die Beitragsvorschau, anstatt ihn zu posten und anschließend meine Bewerbungen abzuschicken. Warum nur? 😇 Ich glaube an mich! Merkt man oder? 😁


* Übersetzung: Sobald du anfängst, Gründe aufzuzählen, warum ein Traum nicht wahr werden wird, ist er so gut wie gestorben. Ich habe lieber einen weit hergeholten Traum als gar keinen.

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