Es liebt mich, es liebt mich nicht…

Auto

In letzter Zeit wollte ich nicht mehr so gerne Autofahren, weil mich der Straßenverkehr einfach immer überfordert. Der folgende Monolog ist ein Beispiel für etwas, das ich dabei regelmäßig denke:

„Hab ich jetzt wirklich Vorfahrt? Was, wenn ich nur denke, dass ich Vorfahrt habe, aber tatsächlich irre ich mich, und ich krache mit dem anderen Auto zusammen. Dann muss ich die Polizei rufen und wieder (ja, das ist mir schon einmal passiert) 35 Euro Strafe zahlen, weil der Unfall meine Schuld war. Und dann kommt ja noch der Blechschaden dazu, denn den an meinem Auto muss ich dann selbst bezahlen, und meine Versicherung wird wieder hochgestuft, weil das andere Auto repariert werden muss. Am besten fahre ich nicht und warte ab, was der andere macht…“

Mein Auto nach dem Unfall

Mein Auto nach dem Unfall

Und das war nur ein Beispiel für eine simple rechts-vor-links-Situation in einer Tempo-30-Zone. So etwas passiert mir beim Autofahren ständig und in allen erdenklich möglichen Szenarien. Bei einer gelben Ampel beispielsweise kann ich mich auch grundsätzlich nicht entscheiden, ob ich besser bremsen sollte oder doch noch drüber fahren. Das führt dann meistens zu einer verwirrenden Mischung aus Bremsen und Gas geben, was sehr an einen hoppelnden Hasen erinnert.

Bevor das jetzt falsch verstanden wird: Ich habe aber absolut kein Problem mit dem Autofahren selbst (ganz besonders seit ich einen Automatik-Wagen fahre :D), es sind lediglich die ganzen anderen Leute, die nicht einfach hin und wieder mal den Bus nehmen können, die mich überfordern. Zum Autofahren muss man in der Lage sein, grundsätzlich alles im Blick zu haben und zwar vorne, hinten, rechts, links, oben, unten, und alles dazwischen natürlich auch. Ich bin zwar eine Frau, von denen ja immer behauptet wird, multitaskingfähig zu sein, aber in diesem speziellen Fall bin ich wohl doch eher irgendetwas anderes.

Dieses Problem wird aber noch um ein Vielfaches verschlimmert, wenn das eigene Auto einen hasst, das ist jedenfalls meine Theorie dazu. Denn wie kann es sonst sein, dass es jedesmal, wenn ich damit fahren möchte, oder maximal alle sechs Monate, irgendeine Form von Raparatur benötigt. Vor sieben Monaten wurde mein Auto das letzte Mal repariert und danach ist nur meine Mutter damit gefahren, weil ich nicht in der Stadt war. Jetzt, da ich nur überlegt (!) habe, ob ich mal wieder mit dem Auto fahren sollte, musste es in die Werkstadt: Zündspule kaputt – und vielleicht auch noch mehr, das wussten sie noch nicht so recht.

Als geborener und auch praktizierender Pessimist kann ich daraus doch nur eine logische Schlussfolgerung ziehen: Mein Auto hasst mich so sehr, dass alleine schon der Gedanke, ich könnte mich mal wieder hinter sein Steuer setzen, es kaputt gehen lässt. Meine Oma, die ein wenig optimistischer ist als ich, hatte jedoch noch einen Gegenvorschlag: Es liebt mich so sehr, dass es mit Absicht kaputt geht, weil es genau weiß, dass ich nicht gerne Auto fahre und damit einen guten Grund habe, es nicht zu tun. Der ADAC-Mensch, der das Auto dann abgeschleppt hat, hatte da einen eher realistischen Ansatz: „Das passiert einfach hin und wieder, an Autos geht eben mal was kaputt.“

Je nach Lebenseinstellung ist also für jeden etwas dabei, ich bleibe aber dabei: Es liebt mich nicht und kommt ins Heim! 😉

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